Webinar: Kalibration

Das Webinar Kalibration beschäftigt sich mit der Eichung des Systems auf jeden einzelnen Organismus.

Kalibration

Im Rahmen der Kalibration erzeugen wir über die Messungen die auf eine ID, also auf einem Datenstrom, gespeichert werden, eine Datenbasis für den jeweiligen Organismus, der dahinter liegt. Diese Kalibration erzeugt eine individuelle Beurteilung der Werte für die Regeneration und den Stress, sodass diese ausschließlich aus den bisherigen Messergebnissen errechnet werden. Einen Quervergleich treffen wir beim biologischen Alter und ein solcher ist natürlich auch bei der HRV möglich.

Die Grundkalibration braucht mindestens eine Woche, also einen Wochenzyklus (8 Morgenmessungen). Vorsicht in dieser Phase bei der Nutzung von Regeneration und Stress, da die Datendecke, also die Menge der Daten auf die wir zurückgreifen, noch relativ gering ist. Die Kalibration verbessert sich mit jeder Morgenmessung. Wichtig dabei ist, dass sie zuverlässig und sauber durchgeführt wird und das hier keine Messfehler oder unruhige Messungen im System mitgetragen werden und somit die Kalibration verändern können.

Für die Beurteilung des heutigen Messergebnisses nehmen wir die 60 letzten Morgenmessungen zur Kalibration. Damit können wir saisonale Schwankungen die auftreten, oder einen langfristigen Alterungsprozess aus dem System, herausfiltern.

Wozu eine Kalibration?

Hier siehst du die statistischen Daten zweier Personen die annähernd gleich alt sind, gleich schwer und groß und zudem auch noch gleich leistungsfähig in ihrer Sportart sind. Sind sie statistisch ident, daher müssen sie auch ident funktionieren.

Die Streudiagramme für erschöpft und regeneriert, also die HRV, müssten daher ident sein. Wenn wir uns diese Diagramme von den Personen ansehen, dann sehen wir große Unterschiede. Person 1 hat selbst in erschöpftem Zustand eine sehr hohe Herzratenvariabilität. Person 2 hat, selbst wenn sie vollständig regeneriert ist, die Höhe, die Person 1 bei erschöpftem Zustand aufweist. Das heißt also, würden wir beide statistisch gesehen in eine Schublade werfen, hätten wir das Problem, dass wir Person 1 immer sehr gut erholt beurteilen und permanent überfordern und Person 2 permanent unterfordern würden, weil wir sie als nicht immer all zu gut erholt wahrnehmen. Deswegen ist es zwingend notwenig eine individualisierte Sichtweise der einzelnen Personen im Längstschnitt zu betrachten.

Das bedeutet dann, dass bei einer Person eine vollständige Erholung bei beispielsweise 220ms HRV auftritt und bei einer anderen Person bei 55ms Herzratenvariabilität.

Grundaussage

Die Grundaussage (Messanteil eins) aus den Messungen beschreibt den Zustand des Organismus. Aus dem zweiten Messanteil (Atemkopplung) erhält man die Anpassungsfähigkeit des Herzschlages an die äußerliche Triggerung, also an den Reiz der von außen gesetzt wird.

Situative Veränderung

Hier siehst du eine Morgenmessung und die situative Veränderung einer Statusmessung durch Training oder Belastung die aus der beruflichen oder privaten Ecke kommt. Es heißt also, hier sehen wir sehr deutliche Veränderungen der Messwerte. Genau diesen Zusammenhang nutzen wir in der Belastungs- und Trainingssteuerung.

Grundinformation – normierte Messsituation

Die Grundinformationen aus normierten Messsituationen, wie wir sie vorschreiben, also sitzend angelehnt und in Ruhe sind folgendermaßen zu interpretieren:

Der Durchschnittspuls des ersten Messanteiles ist eine Informationsquelle über den Sympathikus bzw. über seine Aktivität, vor allem auch im Längsschnitt der Daten. Die Schwankungsbreite, also die HRV, ist eine direkte Informationsquelle über den Parasympathikus. Dies gilt allerdings nur für normierte Situationen. Aus dem zweiten Messanteil leiten wir die Aktivität des Parasympathikus, also wie stark er sich durch die Atmung aktivieren oder deaktivieren lässt und wie schnell er reagiert, ab. Diese beiden Bedingungen sind unter Stress wesentlich langsamer und weniger ausgeprägt als unter erholten Bedingungen.

2 replies on “Webinar: Kalibration

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    Michael

    mir ist bei meinen Messungen aufgefallen, dass es vor allem beim ersten Messabschnitt (ruhige Atmung) durch Schlucken ebenfalls der Puls hinaufgeht.
    soll man daher bewusst das Schlucken unterdrücken um nicht ein falsches Messergebnis vorzutäuschen ?
    das Unterdrücken des Schluckens versetzt mich aber wiederum in eine Stresssituation > was ebenfalls das Messergebnis beeinflusst?

    was ist besser ? – oder ist der Effekt durch Schlucken eh nicht so hoch wenn es nur ein paar Mal vorkommt?

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    • Avatar

      viktoria

      Hallo Michael!

      Wir bereinigen 15% Ausreißer, also ist fallweises Schlucken oder Niesen, Husten (wenn sich die Messung dadurch in ihrem Verlauf nicht nachhaltig verändert) kein Problem!

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