Webinar: die Messung

Die Messung

Bei diesem Webinar geht es um die Messungzeitpunkte und vor allem auch um die erste Interpretation der Ergebnisse.

Die Messungen

Wenn die Morgenmessung ein gutes Ergebnis ausweist und ich im Prinzip zeitnahe trainiere, kann ich mich auf diese Aussage verlassen. 30 Minuten nach einem Training sollte man immer eine Statusmessung vornehmen um zu sehen, ob der Zustand des Körpers sich durch das Training verändert hat. Ich kann optional auch am Abend eine Messung vornehmen, die mir die fortschreitende Regeneration über den Tag aufzeigt. Der Schlaf sollte den Reset bis zum nächsten Morgen wieder durchführen.

Ist die Morgenmessung vom Messergebnis her gut und ich arbeite im Anschluss (nicht körperlich), dann brauche ich vor dem Training am Nachmittag oder späten Abend keine erneute Messung mehr vornehmen. Das heißt, ich kann mich auf die Morgenmessung verlassen. 30 Minuten nach dem Training ist eine Statusbestimmung obligatorisch.

Ist die Morgenmessung gut und ich arbeite dann körperlich und trainiere erst später, dann sollte ich vor einem späteren Training eine Statusmessung vornehmen, um die Ermüdung durch die körperliche Arbeit zu sehen und die Veränderung in Richtung Belastbarkeit für die sportliche Aktivität aufzuzeigen. 30 Minuten nach dem Training erfolgt erneut eine Statusmessung.

Ist das Messergebnis der Morgenmessung nicht all zu gut, vielleicht weil das Training vom Vortag noch nicht verarbeitet ist, weil ich schlecht geschlafen habe oder aufgrund eines möglichen beginnenden Infekts etc., und ich arbeite dann, egal ob körperlich oder nicht, sollte ich vor dem Training am Abend eine Statusmessung vornehmen. Es könnte sein, dass ich mich durch die nicht körperliche Arbeit erhole. Es kann auch sein, dass ich mich durch die körpliche Arbeit noch stärker belaste und die Belastbarkeit dadurch sinkt. Die Nachbelastungsmessung ist obligatorisch. Der Schlaf sollte auch hier den Reset bis zum nächsten Morgen durchführen.

Die Regeneration

Nun zur Verwendung bzw. Interpretation der einzelnen Parameter. Der Faktor Regeneration liefert im Prinzip eine Einschätzung über den Zustand der Erholung am Morgen.

In den ersten zwei Messungen zeigt sich eine nicht all zu starke Belastung, die bis zum nächsten Morgen, über die Schlafphase, gut verarbeitet wurde. Im Anschluss folgen zwei Messungen mit sehr hoher Belastung. Dies kann sportlich oder beruflich bedingt sein. Bis zum nächsten Morgen ist die Belastung so halbwegs verarbeitet (Morgenmessung Erholung mäßig).

Im Anschluss folgt ein sportfreier oder arbeitsfreier Tag, nachdem er sich sehr gut erholt hat (Morgenmessung sehr gut erholt, nach Ruhetag). Dann folgen zwei Tage mit hohen Belastungen, die aber sehr gut verarbeitet werden. Die Regeneration erreicht täglich 100%. Dann folgt eine nicht all zu starke Belastung. Die Statusmessung am Abend liefert ein schon deutlich besseres Ergebnis, also eine fortschreitende Regeneration.

Zum nächsten Morgen erfolgt aber kein Zugewinn. In der Zusatzinfo des Sportlers war vermerkt, dass dieser schlecht geschlafen hatte. Das heißt, die Kommentare sind als Informationsquelle durchaus nützlich. Daher sollte man im Kommentarfeld immer wichtige Dinge eintragen, die zur Messung selbst, oder zum Zeitraum vor der Messung dazugehören. Im sportlichen Sinne kann ich dann das Training reduzieren. Im beruflichen Kontext kann ich zwar nicht weniger arbeiten als im Normallfall, aber ich kann zumindest eine Aktivierung des Parasympathikus erzielen. Das gelingt indem ich das Bio-Feedback aus der App durchführe.

Aber man kann genau so einen Spaziergang in der Mittagspause machen. Dann habe ich am Morgen danach wieder ein deutlich besseres Ergebnis, was die Erholung anbelangt. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass ich einen guten Nachtschlaf hatte.

Der Stress

Stress ist in der Verwendung ähnlich. Hier sehen wir die Ergebnisse einer Person die auf Urlaub aber psychisch sehr stark belastet war. Am Abend sieht man immer ein sehr hohes Stresslevel. Am Morgen hingegen sinkt der Stress wieder. Durch den Schlaf sinkt der Stress natürlich ab. Bis zum Abend summiert er sich wieder auf. Dann ist der Rest der Familie vom Urlaub wieder nach Hause gereist, was zu einer Panikreaktion führte.

Die Person kommt erst richtig zur Ruhe nachdem sie wieder zuhause angekommen war.

Studie

Die Längsschnittparameter möchten wir auch noch besprechen. Als erstes das biologische Alter. Hier gibt es eine Studie aus Amerika, bei der ungefähr 1000 Personen in Neuseeland untersucht wurden. Es waren alle kalendarisch 38 Jahre alt. Diese Personen wurden bezüglich ihrer Nieren- und Herzfunktion, Hormonausschüttung hinterfragt. Es wurden viele Vitalparameter erhoben, aus welchen ein biologisches Alter errechnet wurde. Dieses biologische Alter lag zwischen unter 30 und über 60 Jahren. Diese Personen waren aber kalendarisch alle 38 Jahre alt.

Die Forscher haben auch formuliert, dass die Information die aus dem Organismus kommen frühzeitig ein Ergebnis liefern, sodass Trends und Tendenzen aufzeigt werden können und man damit auch anhand von Messungen aus dem Körper deutlich früher einen Einfluss nehmen kann.

Der Alterungsprozess

Wir leiten das ganze, also das biologische Alter, aus der vegetativen Funktion, also aus der Steuerungsfunktion unser lebensnotwendigen Prozesse im Körper, ab. Dann sollte eine Person mit 30 funktionieren wie 30, eine Person mit 40 wie 40 usw. Das wäre eine Durchschnittsaussage. Man kann dann auch so leben, dass das etwas schneller geht (rote Linie). Man kann aber auch so leben, dass es langsamer geht (grüne Linie).

Grundsätzlich wird keine Person so altern wie auf diesen Linien gezeigt, sondern es werden Verläufe entstehen, die anlassbezogen, die lebenssituativ   natürlich darüber oder darunter liegen (unter diesem Normalterungsprozess).

Besonders ab 40 Jahren in etwa beginnen die Leute umzudenken und den Faktor Gesundheit zu verstärken – gesund zu werden oder gesund zu bleiben. Vor Hintergrund dessen sind die Informationen, die wir täglich beziehen, auch in Richtung Steuerungsoptimierung im Sinne einer Verbesserung der Lebenssituation an sich.

Bio-Age (Altersverlauf der HRV)

Im Hintergrund gibt es einen durchschnittlichen Verlauf der Herzatenvariablitität. Jüngere Menschen haben deutlich höhere Werte als ältere Menschen. Dir Kurve ist fallend und begründet dadurch, dass der Organismus in seiner Funktion altert. Der Parasympathikus, also der Anteil der im vegetativen Nervensystem dazu führt, Entlastung oder Wiederherstellung zu erzielen, wird schwächer aufgrund der Tatsache, dass er seine Isolierung (seine Eiweißumhüllung) brüchig wird und dadurch weniger elektronische Impluse an den Organen ankommen. Deswegen verschlechtert sich seine Funktion und deswegen sinkt die Herzratenvariabilität mit zunehmendem Alter. Eine Verbesserung der Eiweiß-Situation im Organismus, kann hier schon ein bisschen helfen, permanentes Schulen bzw. Fordern des Parasympathikus natürlich auch.

Was wir machen ist, dass wir eine Morgenmessung in diese Alterskurve hineinlegen und uns ansehen, welchem Alter die Herzratenvariabilität (HRV) einer einzelnen Morgenmessung. Wir machen das nur mit den Morgenmessungen, weil wir nach dem Schlaf eine Art Reset beobachten. Das heißt, die Messung liefert uns gleiche bzw. ähnliche Zustände und deswegen nutzen wir diese Zustände am Morgen als Einordnungskriterium.

BioAge

Diese täglichen Informationen des biologischen Alters aus den Morgenmessungen glätten wir jeden Tag, diese zeigen Trends relativ rasch an. Eine Aufsummierung ist ein eindeutiges Indiz dafür, dass sich der Zustand im Organismus verschlechtert und die Belastung zu stark dominiert und die Entlastung zu kurz kommt und damit eine Minderbelastbarkeit, in psycho-physischer Hinsicht, entsteht.

Ich kann mit einer bewussten Entlastung des Parasympathikus und der Stressreduktion zu einem Sinken des biologischen Alters kommen. Das bedeutet wiederum einen Funktionsgewinn. Der psycho-physische Zustand verbessert sich und ich werde wieder leistungsfähiger und belastbarer.

BioAge Beispiel

Hier ein Beispiel aus einem nicht sehr sportlichen Kontext.

Eine Person die unter massiven psychischen Belastungen und Panikattacken leidet. Diese Person beginnt dann das ganze aufzuarbeiten durch Bewegung und psychologische Hilfe. Das ganze Problem schleicht sich dann erneut an und das BioAge steigt somit wieder an. Aufgrund der Erkenntnis und dem Auferbeiten aus der ersten Situation greifen die Maßnahmen sofort wieder.

Das BioAge als Burnout-Indikator

Das BioAge kann auch ein Indikator für Burnout sein. Hier führt ein Jobwechsel zu einem sehr starken Anstieg des biologischen Alters, dann kann es zu einer Überforderungssituation für den Körper kommen.

Das BioAge als Indikator für dein Fitnesslevel

Nun ein gegenläufiges Beispiel. Eine Person mit 40 Jahren, biologisch an die 70, beginnt mit strukturierterem Ausdauertraining. Anschließend führt eine Krankheit das biologische Alter kurz noch einmal in die falsche Richtung. Insgesamt schafft es diese Person aber, in weniger als einem Jahr, das biologische Alter zu halbieren und das kalendarische Alter zu verschieben. Das bedeutet auch einen Zugewinn an Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit.

HRV Berechnung

Der letzte Längsschnittparameter ist die Herzratenvariabilität per se. Wir errechnen sie aus dem ersten Messanteil und nehmen die Schwankungsbreite um dem Mittelwert der einzelnen Schlagabstände. Der sogenannte statistische Begriff wäre die Standardabweichung. Daraus entsteht ein einzelner Zahlenwert, der beschreibt wie stark die Herzraten um den Mittelwert schwanken.

Die Herzratenvariabilität

Hier siehst du eine Aufzeichnung von über zwei Jahren. Wenn man, so wie bei dieser Person, einen eindeutigen Anstieg sieht, kann man von einer deutlichen Verbesserung der Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit ausgehen. Die HRV ist ein Wert der die Regenerationsfähigkeit im Organismus repräsentiert. Je höher der Wert ist desto besser. Er zeigt den objektiven Funktionszustand zum momentanen Zeitpunkt, also die Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit. Als Normwerte gelten bei 30-40 jährigen Personen unter 20ms eingeschränkt, 20-40ms sind in Ordnung, 40-60ms sind gut und alles über 60ms sind sehr gut.

Ca. 10% der Personen schaffen es über 100ms und ungefähr 3-4% der Personen schaffen es über 200ms. Wenn die Werte, für einen selbst, untypisch hoch sind muss ich mir die Frage beantworten ob die Messung auch zuverlässig durchgeführt wurde. Anhand des Verlaufs kann man dies im Portal überprüfen.

Personen die jünger als 30 Jahre sind müssen deutlich höhere Werte aufweisen. Personen über 40 dürfen niedriger liegen.

HRV und chronische Erkrankungen

Chronische Erkrankungen liefern hier eine Einschränkung. Die Grafik zeigt die Werte eines MS-Patienten, der mit 40 eigentlich für sehr gut, also bei 60ms liegen müsste. Er liegt an der Grenze zwischen schlecht und ok bei etwa 20ms.  Trotzdem kann er voll erholt sein und trotzdem kann er an einem anderen Tag sehr stark belastet sein. Objektiv liegt er auf einem sehr niedrigen Herzratenvariabilitätsraten-Niveau aber trotzdem gibt es für ihn auch eine sehr gute Erholung oder eine schlechte Erholung.

Bewusste Intervention

Wenn ich also sehe, dass sich die momentane Lebensstruktur in die falsche Richtung bewegt, dass die HRV so wie hier sinkt, dann kann ich mit einer bewussten Intervention, einer Veränderung des Parameters eine deutliche Verbesserung erzielen und diese auch objektiv messen. Das heißt, ich habe hier die Chance und die Möglichkeit eine Evaluierung zu treffen. Sollte das einen Mehrwert für mich haben, dann wird es in den Messwerten auch zu einer deutlicheren Veränderung in den Werten kommen.

Das kann sein: mehr Bewegung zu machen, die Schlafsituation zu verändern, das Schlafverhalten zu ändern, es kann auch eine Ernährungsumstellung sein usw..

Wir haben hier das Handwerkzeug objektive Veränderungen sichtbar und messbar zu machen.

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