Webinar: Basiswissen Vitalmonitor App

Basiswissen Vitalmonitor App

Dieses Webinar gibt einen Überblick über ein paar Basisanwendungen der App.

Die Messung

Im Rahmen der Messung erzeugt der Vitalmonitor ein 500Hz EKG, leitet dieses an der Brustwand ab und liefert die Zeitabstände der einzelnen Herzschläge zueinander. Diese Zeitabstände werden mittels Bluetooth an das Handy gesendet und von dort auf den Server zur Berechnung. Das Ergebnis der dreiminütigen Messung wird an das Handy zurückgeschickt und dort wird die momentane Situation festgehalten und optisch aufbereitet.

Trainingsempfehlung Ausdauer

Die Trainingsempfehlungen für die Ausdauer, die von der App ausgegeben werden, gelten hauptsächlich für den breiten sportlichen Bereich. Für den Leistungs- und Hochleistungsbereich kann es von Empfehlung sein diese auch zu negieren im Sinne einer Ausschöpfung von Ermüdung, also einer höheren Ermüdungswirkung, und damit einer anderen Trainingsbelastung. Die Information der Trainingsempfehlung Ausdauer ist folgendermaßen zu lesen:

Dort wo der Balken endet, befindet sich der Bereich, der als optimal erachtet wird, bezogen auf den Erholungszustand des Organismus. Alles was darunter liegt macht natürlich auch Sinn. Alles was darüber liegt ist nicht zu empfehlen, außer im Hochleistungsbereich um Ermüdung aufzusummieren. Dort kann dies durchaus ein Thema sein.

Trainingsempfehlung Kraft

Ähnliches gilt auch im Kraftbereich. Auch hier gelten für den Leistungs- und Hochleistungsbereich abgeänderte Bedingungen im Sinne der Ermüdungsausschüttung.

Wenn laut System kein Training empfohlen wird, darf man natürlich leichte Kraftgymnastik oder Stabilisationstraining machen. Leichtes Krafttraining bedeutet Ausdauerkraft- oder Kraftausdauertraining. Hier orientiert man sich an der Zugspannung der Muskulatur und trainiert mit weniger Gewicht und mehr Wiederholungen. Normales Krafttraining würde bedeuten man trainiert die Kraftausdauer bzw. Hypertrophietraining. Die Serienzahl ist hier höher Gewicht liegt hier etwas höher und die Wiederholunszahl etwas geringer. Hartes Training sind dann Trainingsformen, die in Richtung Maximalbelastung der Muskulatur gehen.

Training ausschließlich nach Empfehlung VM

Wenn jemand nicht sehr leistungsorientiert trainiert, dann kann und wird die Trainingsempfehlung auch einen sehr positiven Effekt haben. Hier ein Beispiel eines Hobbysportlers, der zweimal pro Jahr an einem Wettkampf teilnimmt, sich ausschließlich nach den Empfehlungen des Vitalmonitors gerichtet und dadurch eine deutliche Leistungssteigerung erfahren hat. Auch bei den Wettkämpfen war er um 10% schneller als im Jahr davor.

Die Leistungsdiagnostik zeigt auch einen sehr deutlichen Unterschied, nämlich eine deutliche Rechtsverschiebung der Kurve, also mehr Watt bei gleicher Belastung und damit eine deutliche Leistungsverbesserung. Er hat im Prinzip immer nach den Empfehlungen des Vitalmonitors trainiert, wenn er Zeit für ein Training hatte und die Intensitätsempfehlungen immer eingehalten.

Biofeedback-Übung

Wir kommen nun zur Biofeedback-Übung. Diese hilft bei der Stressreduktion durch Ausdehnung der Atemübung. Diese haben wir in der normalen Messung etwa eine Minute integriert, gesondert liegt sie bei 5 Minuten. Es kommt daher zu einer permanenten De- bzw. Aktivierung des Parasympathikus über die Atmung und dadurch zu einer Verbesserung der Reaktionsfähigkeit und Erhöhung der Wirkung des Parasympathikus. Ich kann das Biofeedback mit dem oberen Menüpunkt starten. Unten hab ich die Wertestatistik der einzelnen durchgeführten Biofeedback-Messungen, die auch im Portal sichtbar sind.

Biofeedback-Übung 2

Ich kann von jeder einzelnen Herzratenvariabilitätsmessung im Rahmen des Biofeedbacks den HRV-Wert in Millisekunden (ms) sehen. Außerdem sehe ich auch den Durchschnittspuls jeder durchgeführten Übung. Ich kann zudem auch einen Kommentar eintragen um Informationen zur Messung zu hinterlegen. Ich habe außerdem eine Wochen- und Monatsansicht. Zudem kann man Messungen auch löschen, indem man auf den kleinen Mistkübel-Button klickt.

Biofeedback Interpretation

Um die Informationen aus dem Biofeedback greifbarer zu machen sehen wir eine normale Messung (obere Grafik) und eine Biofeedback-Messung (untere Grafik) im Vergleich:

Oben sehen wir zwei Messanteile: einen blauen und einen grünen. Der blaue Messanteil ist die Spontanatmung und der grüne Anteil ist die Tiefenatmung. Wir sehen, dass die untere Messung dem grünen Anteil der oberen Grafik entspricht, da es sich um die gleiche Übungsausführung handelt, nämlich um tiefes Ein- und Ausatmen im 5-Sekunden Takt.

Wenn wir uns die zwei Messanteile ansehen, dann sehen wir beim blauen Messanteil eine HRV von 23ms, also eine Schwankung von 23ms um den Durchschnittswert. Der Puls schwankt hier zwischen 65 und 75, also um +/- 5 Schläge pro Minute und eine nicht all zu hohe Aktivität des Parasympathikus ist hier zu erkennen, da die Schwankungsbreite nicht all zu hoch ist.

Bei der Atemübung (in der unteren Grafik zu erkennen) schalten wir den Parasympathikus permanent ein- und aus. Durch das tiefe Ein- und Ausatmen haben wir eine Pulsschwankung von etwa +/- 15 Pulsschläge pro Minute (von 57 auf 87). Der Parasympathikus scheint hier gut aktivierbar zu sein. Ein Potenzial ist vorhanden, wenn das Biofeedback in der Durchführung wesentlich höhere HRV-Werte ausweist als bei einer normalen 3-minütigen Morgen- oder Statusmessung.

Die normale Messung sollte bei etwa 50% des Biofeedback liegen und zwar wäre dies hier in etwa der Fall wenn wir knapp 60ms bei der normalen Messung hätten. Wenn ich bei einer normalen Messung 60ms erziele und bei der Biofeedback-Messung 120ms, dann schöpfe ich mein Potenzial aus. Liege ich beispielsweise bei einer normalen Messung bei 30ms und kann im Biofeedback 120ms erzielen, dann habe ich im Alltag eine zu starke Blockierung des Paraympathikus und ich sollte daran arbeiten, den Parasympathikus auch im Alltagsleben mehr Raum zu geben und somit zu einer besseren Entlastung zu kommen.

Biofeedback

Hier sieht man ein Biofeedback, welches fast täglich und sehr regelmäßig durchgeführt wurde und zu einem systematischen Anstieg der Herzratenvariabilität geführt hat. Das heißt: der Parasympathikuas erlernt durch die tägliche Anwendung des Biofeedback eine höhere Aktivität zu leisten und das kann sich auch in den Messungen des Alltags mit einer verbesserten Regenerationswirkung niederschlagen. Hier haben wir die Chance eine Aktivierung des Parasympathikus systematisch, in einer Art Trainingsform, zu erzielen.

Quickcheck

Der Quickcheck ist eine Sonderform der normalen Messung. Bei der normalen Messung eichen wir das System im Laufe der Zeit an den bisherigen Messungen einer Person. Da wir den Quickcheck als punktuelle Messung oder als Messung vor oder nach dem Training verwenden, können wir hier nicht auf eine Datenbasis einer Person zurückgreifen, sondern müssen den Quickcheck als alleinstehende Messung oder als prae-post-Messung vor Interventionen nutzen.

Der Quickcheck ist eine normale Messung vom Messvorgang her. Sie dauert genau so wie eine normale Messung auch 3 Minuten. Wir bilden eine Baseline, eine Art Einschätzung anhand der Altersangabe die wir bei Beginn des Tests fordern. Im Hintergrund vergleichen wir das Messergebnis mit den durchschnittlichen Messergebnissen der altersgleichen Personen. Dadurch entsteht keine individualisierte Betrachtungsweise, sondern eine punktuelle Einschätzung, die natürlich bei täglichen Messungen auf einen Längsschnitt deutlich exaktere Ergebnisse liefert. Wir können im Menü einen Quickcheck starten und die Wertestatistik abrufen. Es wäre sinnvoller die objektiven Kategorien hier zu bevorzugen: das heißt objektive Daten vor interpretierbaren Daten als Aussage heranzuziehen. Außerdem ist die Quickcheck-Funktion eine Möglichkeit andere Personen für das System zu interessieren.

Es entsteht im Prinzip eine normale Aussage, wie wir sie von den normalen Messungen mit dem Vitalmonitor kennen. Die soft-facts sind Regeneration, Trainingsempfehlung und Stress. Das alles sind interpretierte Durchschnittswerte. Die hard-facts sind das BioAge, der Durchschnittspuls und die Herzratenvariabilität. Auch hier kann man eine Messung löschen.

In der Wertestatistik kann ich die bisherigen Quickchecks wieder aufrufen. Achtung: diese Messungen werden nicht am Server gespeichert! Sollte ich die Daten längerfristig zur Verfügung haben wollen, empfehlen wir einen Screenshot zu machen. Bei einem Tausch des Handys oder des Tablets bzw. bei einem Softwareupdate unsererseits können die im Handy gespeicherten Daten verloren gehen.

Quickcheck – „hard facts“

Bei den hard-facts sind eben das BioAge, der Ruhepuls und die Herzratenvariabilität in den Fokus zu rücken. Das biologische Alter gibt eine Auskunft über die Gemäßheit der Herzratenvaribalität. Das heißt: liegt die HRV über oder unter dem Altersdurchschnitt. Die neurovegetative Funktion, die Steuerung unseres Organismus und der lebensnotwenigen Funktionen wird hier altersgemäß eingeordnet. Wenn wir also biologisch gleich alt sind wie kalendarisch, dann entspricht unsere Funktion der Steuerung im Hintergrund unserem kalendarischen Alter. Wenn es darunter liegt, dann funktionieren wir besser als der Altersdurchschnitt. Wenn wir darüber liegen ist unsere Funktion schlechter als im Altersdurchschnitt.

Der Ruhepuls liefert uns eine Einschätzung über den Durchschnittspuls der Messung. Der tatsächliche Ruhepuls den wir kennen, wir messen ihn im liegen am morgen. Dieser liegt ungefähr 10% unter dem im Quickcheck auftretenden Puls und liefert uns eine Information über die Ökonomisierung im Herz-Kreislauf-System. Trainiertere Personen haben einen niedrigeren Ruhepuls als auch unter Belastung.

Die Herzratenvariabilität ist ein statistisches Maß der Schwankungsbreite der Herzschlagabstände der Messung um den Durchschnittswert ist. Beispiel: wir haben 3 Schlagabstände, 950 ms, 1000ms und 1050ms. 1000ms wäre dann der Durschnittswert und die Schwankungsbreite +/- 50ms. Das ist genau der angezeigte Wert in Millisekunden (ms). Dieser Wert liefert uns einen Zahlenwert über die Regulationsfähigkeit des Parasympathikus. Je weiter diese Abstände vom Mittelwert entfernt sind, also je höher die HRV ist, desto mehr Einfluss hat der Parasympathikus in den Regulationsprozessen im Bereich der Steuerung des Herzens.

Quickcheck – Normen

Das biologische Alter kann ein Maximum von 80 und ein Minimum von 20 Jahren erreichen. Der Quickcheck kann unter 18 Jahren nicht durchgeführt werden. Wenn Personen ihn unter 18 durchführen, muss man beim Alter 18 Jahre eingeben, sonst lässt er sich nicht starten.

Wenn der Ruhepuls über 80 Schläge liegt ist er erhöht, zwischen 80 und 60 Schlägen sind die Personen untrainiert, also nicht Herz-Kreislauf-Ökonomisiert. Zwischen 60 und 45 gelten Personen als trainiert. Zwischen 45 und 30 als sehr trainiert. Unter 30 ist das System mit Vorsicht zu genießen, da es zu Komplikationen kommen kann. Vorsicht bei Medikamenten, die die Herzfrequenz senken können. Das muss man im Hintergrund natürlich auch immer berücksichtigen.

Bei der Herzratenvariabilität gelten (bei 30-40jährigen) folgende Normwerte bei Messungen in Ruhe: Bei Messungen wie wir sie durchführen, bei standardisierten Messbedingungen über kurze Zeiträume hinweg. Unter 20ms bedeutet eingeschränkt, 20 bis 40ms bedeutet in Ordnung, 40-60ms heißt gut und über 60ms sehr gut. Je jünger Personen sind, umso höher  müssen die Werte sein. Personen die jung sind, haben zum Teil eine extrem hohe HRV. Personen die älter als 40 Jahre sind dürfen geringfügig niedriger liegen.

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