Webinar: Basiswissen HRV

Basiswissen HRV

Fragen über Fragen

Ich möchte mit einigen Fragen beginnen, die sich für Personen stellen, die beruflich sehr stark gefordert bzw. sportlich ambitioniert sind. Diese Fragen versuchen wir mit dem System des Vitalmonitors zu beantworten. In diesem Artikel erfährst du die Basics zur HRV!

Fragen zur HRVDie Antwort!

Die Antwort erfolgt dabei über einen momentanen Zustand der Erholung, der Regeneration, die wir aus den Messungen errechnen und einem Gegenpol, den wir psycho-physischen Stress nennen. Beide Faktoren sind individuell kalibriert und Momentaussagen. Das sind gegenläufige Informationen. Ich kann nicht zu 100% gestresst sein und gleichzeitig vollständig erholt.

Um sie mit einer Längsschnittinformation zu versehen, sehen wir hier das biologische Alter bzw. die Herzratenvariabilität als Zahlenwert. Wenn das biologische Alter, so wie hier, sinkt, können wir davon ausgehen, dass eine Verbesserung der Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit eintritt. Dasselbe gilt für ein Ansteigen der Herzratenvariabilität in systematischer Form, wie hier gezeigt.

Antwort auf HRV FragenPufferkapazität des Organismus

Ein einzelnes Ereignis bringt den Körper nicht sofort an seine Grenzen der Belastbarkeit. Beispiel Regentonne: 1000 Tropfen fallen hinein und es passiert nichts – kaum fällt nur 1 Tropfen mehr hinein läuft das Fass über. In diesem Moment stellen sich alle die Frage was nun passiert ist. Grundsätzlich ist nichts passiert. Es ist lediglich ein Tropfen in das Fass gefallen, der es auch zum Überlaufen gebracht hat. Hätten wir nun die Perspektive gewechselt und das Fass von oben betrachtet, hätten wir erkannt, dass das Fass schon fast bis zur Gänze voll ist und wir hätten Maßnahmen treffen müssen.

Um diesen Perspektivenwechsel in unserem Organismus zu vollziehen (die Information über den Füllzustand des Fasses zu erhalten), verwenden wir das biologische Alter. So wie es hier ansteigt, haben wir die Information darüber, dass Be- und Entlastung nicht zusammenpassen. Die Erholungskapazität reicht nicht aus um die Belastungsphasen zu verarbeiten und damit entsteht eine Aufsummierung der Belastbarkeit im Hintergrund, die zu einem Problem wie Übertraining oder Burnout, führen kann.

HRV Pufferkapazität

Einsatzbereiche des Vitalmonitors

Entwickelt wurde er zur Trainingssteuerung im Sport. Es hat sich aber rasch gezeigt, dass auch die Belastungssteuerung im beruflichen Kontext ein breites Feld der Anwendung darstellt. Des Weiteren fungiert der Vitalmonitor auch für die Überlastungsprävention im beruflichen oder sportlichen Bereich. Wir können mit Hilfe des Vitalmonitors Trainingsmaßnahmen evaluieren. Hierzu nehmen wir der Belastung eine Messung vor. Diese sollte in einem Abstand von 30 Minuten durchgeführt werden. Wir können zudem Stresssituationen auf ihre Wirkungen im Organismus hinterfragen, indem wir nach einer stressigen Situation möglichst zeitnahe eine Messung durchführen.

Wir können auch Gesundheitsmaßnahmen evaluieren (vom Abnehmen bis zur Zahnsanierung) die wir bewusst eingehen bzw. setzen auf ihren objektiven, gesundheitlichen Wert im Organismus überprüfen. Und zwar dadurch, dass wir das biologische Alter und die Herzratenvariabilität im Längsschnitt beobachten. Dasselbe gilt für die Umstellung von Lebensgewohnheiten. Egal ob das Ernährungs- oder Schlafverhalten: beide Faktoren können anhand von biologischem Alter und HRV objektiv beurteilt werden. Damit können wir in systematischer Form eine Verbesserung und Steigerung der Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit in organischer und psychischer Hinsicht erzielen.

HRV Einsatzgebiete

Basis der Messungen

Die Basis der Messungen ist ein Wissen, welches schon sehr lange vorhanden ist. Auch wenn das Zitat immer wieder vor den Vorhang gezogen wird, sind wir davon überzeugt, dass wir den alleinigen Fokus nicht nur auf das Herz legen sollten, sondern eigentlich beurteilen wir die Steuerung des Herzens im Hintergrund und diese erfolgt über das vegetative Nervensystem.

HRV

Alle lebensnotwendigen Funktionen werden autonom / vegetativ gesteuert. Vor dem Hintergrund dessen ist eine Information über die Qualität der Steuerung eine Information über den Zustand des Organismus gibt. Wir könnten das auch von der Darmtätigkeit ableiten, es ist aber am Herzen deutlich einfacher.

Das vegetative Nervensystem

HRVDie Steuerungsimpulse erfolgen im vegetativen Nervensystem über zwei Gegenspieler, dem Sympathikus und dem Parasympathikus. Den Sympathikus benötigen wir um Leistung erbringen zu können. Den Parasympathikus soll uns nach dem Erbringen einer Leistung für die nächste Leistungserbringung wieder befähigen. Er sorgt also für die nötige Erholung. Im Normalfall sollten beide, im Längsschnitt gesehen, halbwegs ausgewogen bilanziert sein, sodass also Belastung und Entlastung sich gegenseitig ausgleichen.

Ausgeglichenheit von Sympathikus und Parasympathikus

HRV

Wenn das, wie bei so vielen in unserer Gesellschaft, nicht mehr der Fall ist und das Leistungerbringen dominiert und die Entspannung zu weit zurückgedrängt wird, dann haben wir eine Schieflage wie hier angedeutet und die Auswirkungen dessen sind ein hohes biologisches Alter und eine niedrige Herzratenvariabilität.

Keine Ausgeglichenheit der zwei Gegenspieler

HRV zu niedrigDie Herzratenvariabilität als solches ist die Fähigkeit des Organismus die Abfolge der Herzschläge möglich so zu steuern, dass das Blut in optimaler Form jede einzelne Zelle mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Um das zu gewährleisten brauchen wir Informationen aus dem gesamten Körper, das wir über ein Sensorsystem, welches im ganzen Körper verteilt ist, Informationen, über die Sauerstoffsättigung, ph-Wert des Blutes etc., vor Ort beziehen. Diese Sensorinformationen werden über das vegetative Nervensystem zu Steuerungsimpulsen verarbeitet. Damit wird der Herzschlag in seiner Abfolge permanent beeinflusst.

Wissenswertes über die HRV

HRV InfosVom Körper zum Messwert

Ist der Organismus nicht belastet, dann könne diese Informationen aus der Peripherie permanent verarbeitet werden und der Herzschlag wird von Schlag zu Schlag neu getaktet. Dadurch entsteht eine hohe Herzratenvariabilität. Ist der Organismus belastet (gestresst oder körperlich angestrengt), dann können Rückmeldungen nur mehr teilweise verarbeitet werden. Dann dominiert der Herzschlag der im Sinusknotenrhythmus getaktet wird. Dieser Rhythmus ist ein völlig starrer. Diese Zusammenhänge gelten für alle vegetativ gesteuerten Funktionen und könnten auch an anderen Orten abgeleitet werden.

HRV

Herzratenvariablität

Habe ich eine Messung mit einem variablen Herzschlag, dann ist das momentan ein Zeichen für einen guten Zustand. Sind die Messungen permanent variabel, dann habe ich noch eine gute Funktion und das würde bedeuten, dass das biologische Alter in unserem System niedrig ist. Habe ich eine starre Schlagfolge ist das ein momentanes Zeichen für eine hohe Belastung. Sind permanent starre Schlagfolgen zu verzeichnen, dann habe ich eine schlechte und nicht mehr ausreichende Funktion der Steuerung im Hintergrund. Das würde bedeuten, dass das biologische Alter hoch ist. Höher als mein kalendarisches Alter, weil ich schlechter funktioniere als der Altersdurchschnitt.

Das gilt natürlich innerhalb unser individuellen Rahmenbedingungen, die wir einerseits ererbt und andererseits durch unser bisheriges Verhalten erworben haben. Deswegen müssen wir das System auch individuell kalibrieren. Wenn ein Paralympics-Teilnehmer eine sehr niedrige HRV im Längsschnitt aufweist, dann kann das in diesem konkreten Fall dadurch geschuldet sein, dass er 34 Vollnarkosen hatte. Das bedeutet für den Organismus dermaßen viel Stress, sodass die vegetative Steuerleistung nur mehr eingeschränkt funktionieren kann.

HRV

Ein Extrembeispiel um den Funktionszustand der Steuerung des Herzens durch den Sinusknoten und der Regelung durch den Sympathikus und Parasympathikus noch etwas zu verdeutlichen: der Herztransplantierte bei dem die lokale Steuerung im Sinusknoten weiterhin funktioniert, die Regelung des Organismus wird aber vom Empfänger übernommen. Die Regelung des Sympathikus/Parasympathikus geht verloren, weil diese Funktion nicht an das Herz angedockt werden kann. Hier liegt eine vollständige Dominanz des Sinusknoten vor. Wenn das Herz 60 Schläge pro Minute schlägt, dann haben wir eine starre Schlagabfolge von 1000msec Schlagabstand und eine Herzratenvariabilität von 0.

Herzratenvariablität – Faktoren

Was kann die Herzratenvariabilität systematisch beeinflussen?

  • die zu dominante physische Belastung und zu wenig Entlastung
  • die zu dominante psychische Belastung und zu wenig Entlastung
  • die Ernährung als Belastungsfaktor, insbesondere auch bei Unverträglichkeiten
  • das Schlafverhalten, wenn es nicht optimal ist
  • und Krankheiten, egal ob es sich dabei um chronische oder akute handelt

Wenn einer oder mehrere Faktoren zu dominant werden, kann die HRV eingeschränkt werden.

Was kann ich als Gegenmaßnahme treffen?

  • gegen die physische Belastung aerobes Training, also moderate Ausdauer
  • gegen die psychische Belastung Entspannungstraining
  • ein besseres Zeitmanagement
  • gegen die Ernährungsbelastung das Berücksichtigen von Unverträglichkeiten oder persönlichen Faktoren
  • sowie ein optimales Schlafverhalten mit ausreichend Entlastung, ausreichend Dauer (ein optimales Schlafverhalten liegt zwischen 22 bis 06 Uhr)

Unter dem Einfluss der Rechenanteile kann die HRV im Rahmen meiner individuellen Voraussetzungen dann auch wieder steigen.

HRV

Eine Antwort zu “Webinar: Basiswissen HRV

  • Angela Heller

    Hallo zusammen ich habe eine Frage zu der Herzratenvarabilität. Wie muss bzw. eie kann ich die Werte Deuten? Gestern hatte ich zum Beispiel am Morgen einen Wert von 131msek, vor dem Training hate ich 80msek und nach dem Training 64msek. Wie kann ich die Daten deuten bzw. was sagen sie aus? Heute Abend nach der Arbeit hatte uch 103msek heute Morgen 121.

    Ist eine höhere HRV grundsätzlich besser als eine tiefere?

    Vielen Dank im Voraus für eure Rückmeldung!

    Gruss
    Angela

    Antworten

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